News-Kritik: Focus erklärt die 5 wirksamsten Abnehmmethoden

Ich möchte ab jetzt öfter Artikel veröffentlichen, in dem ich für meine Leser Artikel von großen News-Seiten wie Focus, Stern, Spiegel und Anderen auseinandernehmen.

Und mit Außeinandernehmen meine ich nicht, sie einfach schlechtzureden. Ich meine ich nehme sie buchstäblich auseinander, zeige die Denk- und Logikfehler auf, die so vielen Menschen zu falschen „Einsichten“ im Thema Abnehmen führen.

Und sage natürlich gegebenenfalls auch die guten Dinge.

Hinweis: Ich suche noch einen Namen für diese Artikelreihe, also wenn du kreativ bist, scheib mir einen Kommentar!

„News enttarnt!“, „News hinterfragt!“, „Mythbusters!“…

Naja, wie auch immer:

Den Anfang macht heute Focus Online mit dem Artikel:

Von Low Carb bis DASH-Diät: Das sind die 5 wirksamsten Methoden zum Abnehmen

http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/abnehmen/ohne-hungern-und-kalorien-zaehlen-die-fuenf-effektivsten-methoden-zum-abnehmen_id_7769987.html

Der Artikel erschien am 27.10.2017, geschrieben von Monika Preuk


Der Artikel führt kurz diese sicherlich überall akzeptierte Aussage an:

„Schlankheitsdiäten können ein echter Stimmungskiller sein, wie eine Studie des Helmholtzzentrums Münchens zeigte.“

Um dann in den nächsten 5 Punkten alternative Diäten aufzuzeigen, die dieses Phänomen vermeintlich nicht vorweisen. Ich werde der Reihe nach einige Zitate durchgehen, die ich als problematisch sehe.

Und das erste ist direkt in einem der folgenden Absätze:

„Allerdings gibt es auch Schlankheitsprogramme, die in der Regel keine dieser Nebenwirkungen haben, praktikabel sind und dauerhaft Normalgewicht ermöglichen, wie eine Analyse mehrerer Studien der Harvard-Universität ergab.“

Dennis: Zunächst, es gibt Erfolgsstories für die meisten Diäten. Und in aller Regel ist es so, dass nicht die Diät an sich das Problem ist, sondern vielmehr, dass die Menschen es aus verschiedenen Gründen nicht schaffen, durchzuhalten. „Praktikabel“ ist sicher einer davon, aber das ist ja nun nicht einfach so von einem Redakteur von Focus zu bestimmen ob Kalorienzählen oder Low Carb für mich praktikabel ist.

Nun schauen wir uns mal die zitierten Harvard-Studien an, die hier ja lauthals als prominente Quelle zitiert werden, die jeder sicherlich als glaubwürdig anerkennt.

Die besagten Studien sind in dem verlinkten Artikel selbst nicht hinterlegt. Es handelt sich dabei nur um einen Artikel von „Harvard Health Publishing“ in dem keinerlei Inhalt, der etwas über eine höhere Praktiabilität oder Dauer des Gewichtsverlustes zu finden ist.

Außerdem lässt der Text hier vermuten, dass die Studien von der Harvard University durchgeführt wurden. Ob das der Fall ist, ist auch hier gar nicht erkenntlich, weil die 5 besagten Studien selbst nicht verlinkt sind.

Es ist also zumindest fragwürdig. So oder so, ist die Verlinkung mit dieser Aussage totaler Unsinn und sorgt nur dafür, dass der Artikel im Focus ein wenig intelligenter und besser recherchiert klingt.

KLINGT!

Noch bevor die erste Diät vorgestellt wird, eine weitere fragwürdige Logik:

„Besonders empfehlenswert sind folgende fünf Schlankheitsprogramme, die alle ohne die größten Stressfaktoren auskommen – nämlich Kalorienzählen und Heißhungerattacken. Kalorienzählen erzeugt Druck und ist der Anfang vom Ende vieler Diäten“

Dennis: Eine etwas einseitige Sicht, nicht? „Kalorienzählen erzeugt Druck“ – Stimmt sicher für einige, für andere bringt es die erhoffte Kontrolle und somit das WEGFALLEN vom Druck. Ich bin einer dieser Fälle. Ist im Endeffekt Ansichtssache.

Und das Thema „Anfang vom Ende vieler Diäten“ – JEDER Beginn einer Diät ist of der Anfang vom Ende, weil einfach die meisten Diäten nicht durchgehalten werden, unabhängig davon welche es ist.

Nun Diät 1: MEDITTERANE DIÄT:

Was genau in der Diät abgeht, könnt ihr selbst nachlesen. Hier ein weiteres Zitat:

„Auch Süßigkeiten spielen in der Mittelmeerküche eine eher untergeordnete Rolle. So kommt Tiramisu, das für viele Deutsche typischste italienische Dessert, im Heimatland nur an Feiertagen auf den Tisch – ist also eher die Ausnahme. Im Alltag schließen ein Apfel oder eine Birne mit ein paar Nüssen  die Mahlzeit ab und stillen ebenfalls den Hunger nach Süßem.“

Dennis: Wenn man Heißhunger auf Chips oder Schokolade hat, wem hilft dann ein Apfel oder ein Birne?

 „Vier bis elf Kilogramm innerhalb des ersten Jahres sind jedoch durchaus möglich, wie die Metaanalyse zeigt.“

Dennis: Wer behält das Durchhaltevermögen bei 4kg in einem JAHR?

Und was genau ist nun eine „Metaanalyse“? Tolles Wort, klingt super professionell und wissenschaftlich aber hat hier keine wirkliche Aussagekraft. Wirkliches Durchdringen von Wissen zeigt sich nicht im Protzen mit Wörtern. Es zeigt sich darin, sich simpel und dennoch korrekt auszudrücken.

Diät 2: LOW CARB

„Low Carb macht nachweislich schlank“

Dennis: Absolut irreführende Aussage. Paleo, Kalorienzählen, Intermittierendes Fasten, die Kartoffeldiät und die Salatdiät machen auch ALLE schlank, wenn man sie befolgt.

 „Davon abgesehen sind die meisten Diäten auch noch alles andere als erfolgreich. Viele Menschen, die anfangs deutlich abgenommen hatten, bringen nach einem Jahr wieder genauso viel Gewicht auf die Waage wie vor Beginn der Schlankheitskur, wenn nicht sogar noch mehr (Jojo-Effekt). Ursache sind Stresshormone, die der Körper wegen der Diät vermehrt produzieren kann.“

Dennis: „Und wer danach auch in Zukunft darauf achtet, Kohlenhydrate zu sparen, kann das neue Traumgewicht auch halten“. Das heißt: Wenn du die Regeln weiter befolgst, hast du weiterhin Erfolg. Aber das is doch genauso bei ALLEN Diäten. Die Vorher angesprochenen Stresshormone, die bei einer Diät entstehen scheinen hier jetzt keine Rolle mehr zu spielen..

Diät 3: Intervallfasten

„Je nachdem, ob die Version 5:2 oder 8:16 gewählt wird, darf an fünf Tagen normal gegessen, an zwei Tagen gefastet werden mit nur 500 (Frauen) bis 600 Kalorien (Männer) – oder acht Stunden wird normal gegessen und danach für 16 Stunden auf feste Nahrung verzichtet.“

Dennis: „Normal essen“ ist hier problematisch, denn das eben NICHT normale Essen führt erst zum Übergewicht. Außerdem das Angeben von Kalorienzielen für Fastentage setzt auch das Kalorienziel für „normale“ Tage voraus. Ansonsten führt „Schlemmen nach Lust und Laune“ zu einem Kalorienüberschuss ergo zu Gewichtszunahme. Schlechter Rat!

Diät 4: Low-Fat

„Zu viel Fett macht jedoch fett, das ist unbestritten.“

Dennis: Das ist ungefähr so wie zu sagen: Brokkoli ist grün, das ist unbestritten! Währenddessen aber nicht zu erwähnen, dass Rosenkohl, Gurke und Salatblätter ebenfalls grün sind. Ergo: Zu viel fett macht fett. Aber zu viel Proteine oder Kohlenhydrate machen ebenfalls fett. Unvollständiger Rat und ein wenig Verteufelung von Fett. Details sind wichtig!

Das Fazit Im Artikel:

„Gute Diäten gibt es also doch – und sie müssen in der Durchführung auch gar nicht schwierig sein. Doch egal ob Sie sich fürs Fettreduzieren entscheiden oder für Low Carb, unterstützt mit Kohlenhydratblockern: Wichtig ist, dass Sie sich dabei wohl fühlen und sich nicht unter Druck setzen. Probieren Sie deshalb einfach aus, welche Diät Ihnen am leichtesten fällt.“

Dennis: Das ist alles richtig und auch hilfreich als Aussage und hätte sicherlich einen besseren Artikel ergeben. Denn es widerspricht dem Artikel ein wenig in der Hinsicht, dass einige „definitive Aussagen“ gemacht wurden, die schlichtweg nicht auf alle Menschen zutreffen, die das lesen.

 

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