Fat-Shaming?! Neein,du bist nicht fett, du bist schön!

Ich möchte heute über etwas schreiben, was mir Gedanken bereitet, seit ich anfing, erfolgreich Fett zu verlieren,

Etwas, dass es für mich härter gemacht hat, diese Kilos zu verlieren. Etwas, dem wahrscheinlich eine große Anzahl an Lesern widersprechen werden.

Weil es nicht politisch korrekt ist, was ich sagen werde.

Das Fat-Shaming-Movement

„fat shaming“ bedeutet Leute isolieren, benachteiligen oder beleidigen allein aufgrund der Tatsache, dass sie fett sind. Und das Fat-Shaming-Movement sagt quasi das Menschen nicht andere Menschen fertigmachen sollten, nur, weil die fett sind.

Es ist eine Bewegung, die fette Menschen davor schützt, dafür attackiert zu werden, dass sie fett sind.

Ich habe einen Artikel gelesen, der einige Beispiele für fat-shaming nennt. In dem Fall besonders geläufige Phrasen, die aber trotzdem unter fat-shaming fallen. Ich übersetze frei aus dem Englischen, das Original ist hier zu finden: 7 Things You Might Not Think Are Fat Shaming That Definitely Are

Das hier sind also die Dinge, die man nach der Fat-Shaming-Gemeinde nicht sagen sollte:

  1. „Ich meine, Ich verstehe total, wenn Leute fett sind aufgrund des medizinischen Zustandes oder so.“
    Weil wir laut der Meinung dieser Community genauso die Fetten akzeptieren sollten, die einfach fett sind, weil sie über Jahre mehr essen als ihr Körper braucht. Nicht nur die medizinischen Fälle.
  2. „Du bist nicht fett, du bist schön!“
    Das sollte man nicht sagen, weil die Attribute „fett“ und „schön“ sich nicht ausschließen! Man kann sehr wohl fett und gleichzeitig schön sein.
  3. „Bitte hör auf die fett zu nennen. Rede nicht so über dich selbst.“
    Das soll man nicht sagen, weil sich selbst „fett“ nennen ist doch keine negative Sache. Man sollte stolz auf sich sein und auch auf das Fett. Man sollte sich vielmehr in einer selbstliebenden Art und Weise „fett“ nennen.

Und so weiter. Du siehst worauf es hinausläuft.

Offensichtlich ist ein gutgemeinter und vor allem respektvoll artikulierter Rat oder Worte der Motivation ebenfalls fat-shaming. Es könnte eine fette Person dazu bringen sich schlecht zu fühlen.

Typische Argumente der fat-geshamten Person (also die, die beleidigt wurde, weil sie fett ist) sind folgende:

  1. Das Sexismus-Argument
    „Die wollen doch nur, dass ich abnehme, damit ich in die medien-beeinflussten und sexistischen Weltanschauungen der Gesellschaft passe!“
  2. Das Schönheit-Argument
    „Ich bin schön so wie ich bin. Ich muss dazu nicht so aussehen wie du!“
  3. Das Sport-ist-Mord-Argument
    „Wusstest du eigentlich, was einem alles beim Sport passieren kann? Zwing mich doch nicht dazu, nur, weil du das Gefühl hast, du musst schlank sein!“
  4. Das Liebe-Argument
    „Wenn er mich nicht liebt, wenn ich fett bin, dann liebt er mich gar nicht wirklich!“

Soweit der möglichst objektive Part. Nun erzähle ich dir, was ich davon denke:

Eine Freundin hat mich gefragt, was ich darüber denke

Und ich habe ihr folgendes gesagt:

„Ich denke etwas wie Leute beleidigen zu einem Movement mit dem Namen „Fat-Shaming“ zu machen und damit übergewichtige Menschen in einen gemütlichen Schutzkokon zu packen ist der größte Bullshit aller Zeiten.

Ich hasse es und es bringt Leute dazu, zu verlieren. Es macht mich ernsthaft wütend.“

Und ja, es macht mich wirklich wütend.

Lass mich erklären.

Ich möchte eine Sache direkt zu Beginn klarstellen: Schlechtes Benehmen jeder Form gegenüber fetten Menschen ist eine schlechte Sache. Genauso wie schlechtes Benehmen gegenüber einer dünnen Person.

Aber nicht, weil die Person fett oder dünn ist, sondern weil es allgemein schlechtes Benehmen ist.

Schlechtes Benehmen gegenüber JEDER Person ist eine schlechte Sache.

Übergewichtige Menschen in einen weichen Kokon zu packen und sie zu überschützen hingegen erreicht nur ein einziges Ziel:

Es macht es komfortabel, dort wo sie sind. Es schafft eine safety-zone um sie herum. Wie ein Seifenblase, an der jede Reaktion der realen Welt abprallt.

So können sie einfach in der Seifenblase bleiben und müssen niemals echtes Urteil der Außenwelt fürchten. Weil die echte Welt ja eh nur voller fat-shamer ist.

Jeden Rat oder jede Kritik, die kommt – sobald sie etwas mit Körpergewicht und fett-sein zu tun hat, wird der fat-shaming-Schild hochgerissen. Und alles prallt ab.

Und das ist der ultimative falsche Schritt, den man übergewichtigen Menschen antun kann.

Denn so politisch korrekt es auch ist, sich hinter fat-shaming zu verstecken…Warum zur Hölle sollte man es komfortabel für jemand Übergewichtigen machen? Als ob sie es sich in dieser Situation gemütlich machen wollen würden?!

Und falls du selbst übergewichtig bist: Warum in aller Welt würdest du tief in deinem Inneren ernsthaft ein echtes und wahres Interesse daran haben, es als übergewichtige Person komfortabel zu haben? Du willst dein Gewicht verändern, oder? Deswegen bist du doch hier. Das ist es doch?

Für all die grandiosen Gründe, warum man abnehmen wollen würde, wenn man fett ist.

Wie diese hier:

  • In der Lage sein, einen Strandbesuch zu genießen. Selbst mit der Realität und den echten Reaktionen der Menschen um dich herum
  • Glücklich sein mit dem Blick in den Spiegel
  • In der Lage sein, mit den eigenen Kindern auf dem Spielplatz zu spielen und zwar länger als 5 Minuten und ohne Atemnot
  • In der Lage zu sein, bis ins hohe Alter beweglich zu bleiben
  • Allgemein erstmal alt zu werden
  • Das unglaubliche Gefühl erleben, tatsächlich etwas eigenständig zu verändern, und das Leben in die Hand zu nehmen
  • Platz im Kopf schaffen für die Dinge, die wichtiger sind als das Gewicht
  • Attraktivere Männer/Frauen treffen
  • Allgemein besser fühlen
  • Und so weiter…

Lass mich eine kurze Story über mich selbst erzählen:

Damals in der Schule und bis heute auch, war ich der eine in der Klasse, der immer nach ehrlichem Feedback gefragt hat. Weil ich wusste, wenn ich das nicht tue, bekomme ich das, was alle anderen bekamen.

„Du warst richtig gut, aber (beliebiger wischi-waschi Punkt, den ich noch verbessern könnte. Hauptsache nicht offensiv oder zu offen negativ formuliert.)!“

Aber die Wahrheit ist, was mir hilft, mich weiterzuentwickeln und zu lernen.

Und es ist dasselbe mit dem fett-sein. Meine Mama würde mich immer lieben. Meine Freunde aus der 5. Klasse wären immer meine Freunde geblieben (mein bester Kumpel ist es tatsächlich noch! :D).

Und wahrscheinlich hätte ich auch irgendwann eine Freundin gefunden, die mich so akzeptiert, wie ich war.

„Aber ich wollte mehr!“

Und zwar weil:

  • Ich wollte wirklich gern attraktiver werden
  • Ich wollte mich wohler fühlen beim Sport
  • Ich wollte an den Strand gehen und nicht wegen meines Körpers unsicher sein
  • Ich wollte mit den gutaussehenden Mädels ausgehen

Und heute habe ich immer noch meine Ziele. Ich möchte Komplimente für meinen Körper bekommen und fuck, ja ich würde auch gern mal ein Sixpack haben. Und ich möchte mich fit fühlen, mich gut bewegen können und meinen Körper so nutzen können, wie er genutzt werden sollte.

Und dafür akzeptiere ich, für eine Weile nicht 100% in meiner Komfort-Zone zu sein. Das ist es 1000-mal wert!

Ich akzeptiere, nicht in meiner warmen und sicheren Seifenblase zu sein.

Aber Dennis, bist du nicht nur ein Opfer der Erwartungen deiner Umwelt?

Ganz ehrlich?

Leute haben eine komische Angewohnheit andere Leute zu hassen, die etwas erreichen. Mehr Geld, bessere Figur, schnellere Autos, größere Häuser, und so weiter. Und eine Entscheidung auf Basis von Negativität zu treffen ist meiner Meinung nach keine gute Idee.

Und besonders, wenn es um etwas sehr realistisches geht, mit dem ich aktiv meine Zufriedenheit erhöhen kann, warum sollte ich es nicht tun?

Und eine Sache ist doch sowieso klar:

Der Welt ist egal, was ich über Sixpacks, Schönheitsideale oder sonst was denke.

Sie urteilt trotzdem. Und das ist die Welt in der wir leben. Warum soll ich also prinzipiell gegen den Strom schwimmen und übergewichtig bleiben und meine Ziele niedriger stecken?

Und ich kann dir eine Sache verraten:

Wenn du jemals den Geruch von echter Veränderung zu einer besseren Version von dir selbst gerochen hast…

Du wirst nie wieder zurückwollen. Und du wirst nie wieder Finger auf dich zeigen sehen, von den Menschen, die dich „unkomfortabel“ fühlen lassen.

Weil du weißt, dass die Menschen eh immer etwas zu erzählen und zu meckern haben. Du machst es nicht für die anderen. Du machst es, weil du es willst und es das richtige ist. Und weil es sich gut anfühlt.

Ich musste die harte Wahrheit hören

Natürlich wollte ich nicht hören, worin ich schlecht bin. Niemand mag das. Aber ich musste es wissen, um daran arbeiten zu können.

Ehrliches Feedback ist einfach nur ehrlich. Ob man es positiv zur Weiterentwicklung nutzt, oder als bösgemeinte Kritik abstempelt ist jedem selbst überlassen.

Aber ich glaube daran, dass es für Positivität steht und gute Veränderung bedeutet.

Ich kann auch rumlaufen und mir selbst erzählen, dass ich dünn genug bin und das die Gesellschaft das eigentliche Problem ist und die sich lieber ändern sollte. Es ist nicht fair, fette Menschen schlechter zu behandeln!

Und ich würde eine Meeeeenge Unterstützer dafür finden.

Aber lass mich dir zwei schmerzhafte Wahrheiten verraten:

  1. Der Welt ist es scheißegal, sie wird trotzdem über dich urteilen. Und wahrscheinlich ist das auch gut so
  2. Du willst doch gar nicht fett sein. Vielleicht machst du es dir selbst zum Glauben und redest dich selbst „glücklich“. Aber das ist nur, weil es der einfache und bequeme Weg ist. Und weil Menschen um dich herum es dir so verdammt bequem machen in deiner Seifenblase.

Also wenn du einer solcher Menschen bist, die sich wohlfühlen, obwohl sie fett sind: Achte mal drauf, wie deine Gedanken vielleicht jetzt gerade versuchen, dir zu erzählen, dass ich wahrscheinlich nur ein weiteres Arschloch bin, was versucht, Fette zu diskriminieren.

Aber die Wahrheit ist, ich interessiere mich für dich. Du bedeutest mir etwas.

Weil ich war du. Und in gewisser Weise bin ich immer noch wie du.

Ich weiß genau, wie es sich anfühlt, fett zu sein. Ich war es die meiste Zeit meines Lebens. Ich habe ein paar gute Zeiten verpasst, deswegen.

Und mein Leben hat sich verändert. Ich habe abgenommen. Und ich will niemals wieder zurück.

Weil ich jetzt meinen Fokus setzen kann auf die Dinge, die mir wirklich wichtig sind:

  • Meine Karriere
  • So viel reisen, wie ich nur kann
  • Ein bisschen Geld auf dem Weg verdienen
  • Spanisch lernen
  • Bedeutungsvolle Beziehungen aufbauen

Ich denke nicht mehr darüber nach, was für eine Figur ich wohl am Strand in Thailand mache. Ich kann es einfach genießen.

All das war irgendwie unmöglich für mich vorher. Weil eine Sache mein altes Leben dominiert hat.

Die ständige, unterschwellige Wahrheit, dass ich wusste, wie ich aussah. Es blockierte meine Fähigkeiten in fast allen Bereichen meines Lebens. Und es lieferte mir eine Menge an Ausreden, die mindestens genauso fett waren wie ich.

Eine Prise Ehrlichkeit für dich

Vielleicht ist es auch für dich Zeit für ein bisschen Ehrlichkeit für einige von euch? Diese Art von Ehrlichkeit, der man am liebsten nicht zuhören will, weil sie sie ein bisschen wehtut.

Denn entweder du bist in der Form, in der du sein willst oder du bist es nicht.

Und man kann das jetzt fat-shaming nennen, wenn man will. Oder man sieht das, was es ist.

Denn die Realität ist, hier schreibt jemand, dem ehrlich an dir gelegen ist.

Jemand, der hier ist, um dich zu stützen, zu motivieren und zu helfen, den ersten Schritt zu machen.

Hör auf dich darauf zu konzentrieren, wer deine Gefühle verletzt und konzentriere dich darauf, die beste Version von dir selbst zu werden.

Das bist du dir selbst schuldig.

 


Stellst du dir auch manchmal diese Fragen?

  • Was darf ich denn nun essen und was nicht?
  • Wieviele Kalorien soll/darf/muss ich denn nun essen?
  • Welche Methode ist die Beste zum Abnehmen?
  • Warum probiere ich alles, aber nichts funktioniert?

Ich hab das alles schon hinter mir!

Und inzwischen kann ich abnehmen ohne Hunger, ohne Quälen – ganz wie es in meinem Lebensstil passt. Du kannst das auch!

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.